Montag, 4. September 2017

Autorenwahnsinn letzter Teil

Hier die letzten Antworten zum Autorenwahnsinn. Es hat mir auf alle Fälle Spaß gemacht und bei manchen Fragen konnte ich kreativ werden :-)

Tag 28 - Welches Buch ist im Moment dein absolutes Must-Read?
Naja, *Must* gibt es bei mir nicht, aber ein Buch, das ich sehr empfehlen möchte, und das man gut auch im Sommer lesen kann, ist "Eine Ahnung von Pan" von Jobst Mahrenholz. http://montechiaro.blogspot.de/…/rezension-zu-eine-ahnung-v…


Tag 29 - Killed Darlings: Poste eine Szene, die du aus einem Manuskript gelöscht hast.
>>>Da ich sehr langsam und überlegt schreibe, gibt es bei mir schon lange keinen nennenswerten Outtakes mehr. Ich merke schnell, wenn sich eine Szene in die falsche Richtung entwickelt und ändere es. Doch unter einigen Mühen haben ich für Euch ein Outtake aus "Im Zimmer wird es still", das damals noch Herbstnovelle hieß, ausgegraben!
***
Paul kam über den Hof auf ihn zu. Ein Mann Anfang fünfzig, mit einem grauen Haarkranz, einem Bart und einem ziemlich ausladendem Bauch. Sein gebräuntes Gesicht wirkte sympathisch und attraktiv. Er hat ihn schon hinter der Gardine beobachtet, während er aus dem Auto stieg. Peter hat ihn eingeladen. Mit seiner Zustimmung. Trotz des kleinen Stiches, den ihm die Frage versetzte. Und jetzt kam Peter nicht rechtzeitig aus dem Laden weg.
Er ging nach draußen, um Paul zu begrüßen. Es bereitete ihm keine Mühe zu lächeln. Sie gaben sich die Hand; Paul strahlte ihn an, was seinem Gesicht noch mehr Wärme gab. Er erklärte ihm, warum Peter erst später käme, fragte ihn nach der Autofahrt. Sie tauschten Höflichkeiten aus. Als sie die durch hatten, entstand ein Moment der Unsicherheit, aber sie flüchteten sich nicht in sinnloses Losreden.
Er bat Paul hinein, zeigte ihm das Gästezimmer. Dann führte er ihn durch das Haus, erzählte ihm vom Umbau. Das unverfängliche Thema gab ihnen Lockerheit. Schließlich saßen sie am Küchentisch und tranken Kaffee. Sie sahen sich offen an, ungezwungen jetzt.
“Danke für die Karte”, sagt Paul schmunzelnd. Er grinste zurück.
“Hör mal, ich möchte mich bei dir entschuldigen. Ich wusste, dass Peter einen Freund hat und habe nicht gefragt, ob es für den in Ordnung sei.”
Er schüttelte den Kopf: “Ist schon gut.” Er goss Kaffee nach. “Ohne das wären Peter und ich nicht mehr zusammen.” Er trank von seinem Kaffee. Er suchte nach Formulierungen, die der ambivalenten Dankbarkeit, die er für Paul hegte, gerecht wurden, aber dann sagt er nur warm: “Danke.”
Sie redeten nicht mehr; sie lächelten sich an.
“Ich kann Peter wirklich gut verstehen”, sagt Paul schließlich. So fand Peter sie, am Küchentisch sitzend, seine Hand auf Pauls. Peter küsste ihn lange und Paul kurz und wirkte glücklich. 


Tag 30 - Was ist der beste Schreibtipp, den du je bekommen hast? Welchen Schreibtipp würdest du geben?
Am besten war für mich "Die Überarbeitung" von Kaplan - es hat mich gelehrt, wie man Texte am besten überarbeitet. Und das ist auch mein Tipp - überarbeiten - es gehört zum Schreiben dazu!
https://www.amazon.de/%C3%9Cberarbeitung-Geschichten-pla…/…/ 


Tag 31 - Wie geht es weiter? Was sind deine Schreibziele für den Rest des Jahres?
Natürlich will ich Marek bald fertiggeschrieben haben :-) Danach steht eine Veränderung an, die ich aber erst zu gegebener Zeit verkünden will.


... und damit verabschiede ich mich in den Urlaub! 

Sonntag, 27. August 2017

Autorenwahnsinn Teil 4

Weiter geht es mit dem vorletzten Teil beim #Autorenwahnsinn

Tag 21 - Zeit für eine Pause! Womit prokrastinierst du am liebsten?
Da bin ich anfällig für die Klassiker



Tag 22 - Dein Leseplatz im Sommer
Ich wiederhole mich ungern, aber ich lese auch wo ich schreibe 



Tag 23 - Womit entspannst du nach dem Schreiben?
Nach dem Schreiben muss ich eigentlich nicht entspannen, da es mir gut tut. Bei Bedarf entspanne ich gerne in der heißen Badewanne!




Tag 24 - Poste uns dein allerliebstes Lieblingszitat aus deinem Manuskript.
Das ist gar nicht so leicht, da mir viele Stellen gefallen. Schließlich habe ich mich für das entschieden:
*Ein Windlicht spendete Licht, als die Sonne unterging. Er griff beiläufig nach Tomeks Hand. Er war selten so glücklich gewesen.*



Tag 25 - Was inspiriert dich im Sommer?
Ganz verstehe ich die Frage nicht :-D Der Sommer selbst inspiriert mich. Ich klaue mal von meinem Interview:
"Gekreische im Freibad, dieser warme Brise am Baggersee, auf dem ich als Kind gesegelt bin, blauer Himmel mit Schönwetterwolken über grünen Hügeln, reife Korn, die Hitze flirrt über dem Feldweg. Laue Abende im Garten mit dem Duft von Holunder. Die Wärme, die einen empfängt, wenn man vor die Haustür tritt, barfuß durchs Gras, blühende Rosen, warmer Regen auf sattem Grün. So viel wie möglich im Freien sein, in der Hängematte dösen, das Leben ist leichter, unbeschwerter … Ich könnte ewig so weitermachen, ich bin wirklich sommerverrückt. Diese Jahreszeit weckt auch viel Kreativität, ein unnachahmliches Wohlfühlen und eine schwer stillbare Sehnsucht in mir."

(Hier noch, was andere AutorInnen der Sommer-Anthologie dazu sagen)
http://montechiaro.blogspot.de/…/autoreninterviews-sein-sch…

Tag 27 - Sag Cheese! Wir wollen ein Selfie von dir sehen!

Montag, 21. August 2017

Autorenwahnsinn Teil 3

Weiter geht es mit Teil 3 des #Autorenwahnsinns und schon ist der August auch bald wieder vorbei.

Tag 14 - #MondayMotivation: Was motiviert dich?
Zum Schreiben motiviert mich eigentlich nur das Schreiben selbst. Es macht mich glücklich. Kommentare von Leser*innen, dass sie auf eine Geschichte warten (für mich etwas neues) sind natürlich auch motivierend.




Tag 16 - Wer sind deine Schreibbuddys?
In der Regel bin ich eine absolute Einzelschreiberin. Mit anderen AutorInnen tausche ich mich eher über die Untiefen des Veröffentlichens aus. Aber einmal habe ich eine Geschichte mit Co-Autor, Moritz Berg, geschrieben, und es hat viel Spaß gemacht. Durch das Abwechselnde geht es schon flott von der Hand :-) "Nie vergessen" ist in der Benefiz-Anthologie "In seiner Hand" erschienen.
https://www.amazon.de/gp/product/B01255UN22/



Tag 17 - Wo schreibst du am liebsten, wenn es draußen regnet?
Vom PC aus habe ich einen schönen Blick auf Regen und Garten. Am PC spreche ich die Texte ein, korrigiere usw. Ansonsten schreibe ich auch gerne im Bett, aber das zeige ich hier nicht ;-)


Tag 18 - Zeige uns dein aktuelles Notizbuch.
Mein aktuelles Schreibheft in der Mitte ist unspektakulär, deswegen habe ich ein paar schönere danebengelegt :-) Neben Ideen und Notizen entstehen auch meine Geschichten in diesen Heften.



Tag 19 - Hot, hot, hot! Eine heißes Zitat
Damit kann ich dienen - es stört euch doch nicht, wenn es etwas länger ist?


***Marek setzte sich auf die Matratze. »Hier lockst du mich also hin?«
»Oh, wir hätten wohl …« Tomek brach ab, sah verunsichert aus. Marek streckte die Hand nach ihm aus. »Es gefällt mir.« Tomek ließ sich zu ihm ziehen, sank neben ihn. Eine Lampe auf dem Boden strahlte ein hartes Licht aus, die Holzbalkendecke warf lange Schatten.
Marek legte die Hand in Tomeks Nacken, massierte ihn. Als Tomek sich ihm zuwandte, küssten sie sich. Er glitt unter den Kragen von Tomeks Hemd, während ihre Lippen zärtlich miteinander spielten. Tomek konnte küssen, das stand außer Frage. Er drängte Marek nach hinten, legte sich auf ihn. Tomeks Gewicht erregend auf ihm, sein Schenkel zwischen Mareks Beinen.
»Warm hier«, stieß Marek aus.
»Verstehe«, sagte Tomek mit einem Glitzern in den Augen, knöpfte ihm das Hemd auf, küsste die freigelegte Haut.
»Ja, das auch«, Marek lachte, »aber im Zimmer …«
»Eigentlich nicht.« Tomek schüttelte verwundert den Kopf. Er stand aber auf und öffnete die Fensterflügel weiter, löschte das Licht. Marek entledigte sich Hemd und Hose. Als Tomek sich wieder auf ihn legte, war ihm das trotzdem zu warm und er drehte sie herum. Gierig entblößte er Tomeks Haut, küsste ihn, streichelte Brust und Bauch. Tomek umarmte ihn, zog ihn näher. Marek machte sich los und zerrte ihm die Hose herunter, legte sich dann aber auf die Seite. Er hatte das Gefühl, vor Hitze zu glühen. Tomek strich über seine Brust. »Was ist los? Etwas nicht in Ordnung?«
»Nein, ich … Mir ist so heiß und irgendwie – komisch.« Er wandte sich ab. Was sollte Tomek jetzt von ihm denken?



Tag 20 - Welchen Autor/welche Autorin hast du diesen Sommer neu für dich entdeckt?
Da fällt mir Holly Katz ein, die mich mit ihrem guten Stil und Sommergeschichten überzeugt hat, eine Zufallsentdeckung.
https://www.amazon.de/Midsummer-Madness-Holly…/…/B01MYD20TB/

Sonntag, 13. August 2017

Autorenwahnsinn Teil 2

Hier der 2. Teil mit Antworten auf die Challenge #Autorenwahnsinn!

Tag 7 - Wo schreibst du bei gutem Wetter?
Meine Lieblingsfrage:


 
Tag 8 - Dein Sommer-Soundtrack?
Mein All-time-favorite - The Boys of Summer hat mich sogar zu einer Kurzgeschichte inspiriert. Aber auch Procol Harum oder Led Zeppelin passen für mich gut zum Sommer
https://vimeo.com/214448651


Tag 9 - Stelle deine Lieblingsbuchhandlung vor.
Als begeisterte eBook-Leserin habe ich die nicht, sondern versorge mich über verschiedene Shops. Und zuvor fand ich meinen Lesestoff eher in der Bücherei als im Laden. Aber um die Frage doch zu beantworten, habe ich etwas altes ausgegraben: http://schmerzwach.blogspot.de/2013/05/meine-lieblingsbuchhandlung-mit-jana.html


Tag 10 - Woran hast du August 2016 geschrieben?
Fast hätte ich sagen können, das selbe wie dieses Jahr, Marek. Aber genaues Blättern in meinen Schreibheften sagte mir, nein, erst im September. Im August war ich wohl mit den Übersetzungen beschäftigt.
http://montechiaro.blogspot.de/2016/08/ubersetzungen-ins-englische.html


Tag 11 - Zeige eine besondere Widmung!
Hier eine ganz bezaubernde von Jobst Mahrenholz, auch wenn ich sie nur halb entziffern kann



Tag 12 - Abkühlung gefällig? Wie wäre es mit einem erfrischenden Zitat?
Ich habe mich für eine Poolszene entschieden :-D

 
***Der nächste Morgen brach ebenso schön und sonnig an, wie die vorangegangenen. Marek fühlte sich ausgeruht. Er bereitete das Frühstück vor, während Tomek ein paar Ideen notierte. Auf der Terrasse war es schon heiß und nach dem Frühstück sagte Tomek: »Wir können uns an den Pool setzen.«
»Hier gibt es einen Pool?«
»Ja, aber erwarte nicht zu viel. Ich zeige es dir.«
Marek ging sich umziehen und als er in der Badehose zurückkam, glitt Tomeks Blick mit einem Glitzern über seinen Körper. Er selbst zog sich nur sein Shirt über den Kopf. Sein Oberkörper war ebenso wohlgeformt wie seine Beine, schlank und nur leicht von Muskeln gezeichnet. »Komm.« Tomek ging die Auffahrt hinunter, verschwand dann aber zwischen Büschen. Marek folgte ihm über ausgelegte Steinplatten den Hang hinunter, der Weg war steil und wand sich. Schließlich gelangten sie zu einem kleinen Pool zwischen Sträuchern. Die Kacheln waren weiß mit blauen Ranken darauf, die sich reliefartig abhoben.
»Sehr idyllisch.«
»Ja, die Kacheln sind von einem anderen Anwesen.«
Der Pool war wirklich reizvoll, er hatte nur einen Nachteil – es befand sich kein Wasser darin. Eine einzelne Liege stand am Rand, das Holz verblichen, die Auflage fadenscheinig.
»Ähm, und nun?«, fragte Marek.
»Wenigstens ist es schattig.« Tomek setzte sich auf die Liege und klopfte neben sich. Marek ließ sich nieder und lehnte sich mit angezogenen Beinen an.
»Die Fliesen sind wirklich fantastisch. Kosten sicher ein Vermögen.«
»Hm.« Tomek rutschte ein Stück näher.
»Warte.« Marek streckte die Beine aus und umschloss ihn. So saßen sie und schauten in den leeren Pool, an dessen Grund eine Pfütze brackigen Wassers stand.

***

Tag 13 - Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?
*Natürlich lese ich beim Frühstück nicht - irgendwann muss man ja mal an die Partnerschaft denken, muss bei einer Autorin zu oft leiden ... Sonntags gibt es ein Ei. Ansonsten ist das Foto nicht von heute, aber als Autorin soll man ja gut träumen können :-D
Und heute mal ein Dank an alle, die meinem Autorenwahnsinn treu sind!   


 

Mittwoch, 9. August 2017

Rezension zu Opiumschwaden von Raik Thorstad

Mit ihrem neuesten Roman "Opiumschwaden - Der Mörder von St. Audrey" wendet sich die vielseitige Raik Thorstad einem neuen Genre zu - einem historischen Krimi mit Schauerelementen, verbunden mit einer Liebesgeschichte und auch einem Coming out. Klingt verrückt? Funktioniert aber.
Obendrein ist das ganze in die Form eines Briefes oder Buches, an den besten Freund gerichtet, gekleidet, aber auch das gelingt und macht die Erzählung nicht schwerfällig. Gelegentliche philosophische Einschübe hemmen etwas das Tempo, sind aber kurz und passen zu der Erzählform. Die Sprache bleibt dabei überwiegend stimmig in der Zeit des 19. Jahrhunderts. Wie detailliert man in dieser Zeit selbst einem engen Freund sexuelle Details geschrieben hätte, sei dahingestellt, reißt aber nicht aus der erzählerischen Illusion.

Besonders die Figur des Kobold wirkt sehr interessant, lebendig und changiert zwischen verschiedenen Seiten. Aber auch der Protagonist Benjamin kann mit seinem ehrlichen, bodenständigen Charakter Sympathie gewinnen. Ihre Liebesgeschichte kommt überzeugend und spannend daher. Gegen Ende wird dann leider ein großer Zeitraum mit viel Entwicklung nur kurz zusammengefasst, was sicher für den Spannungsbogen nötig ist, aber doch schade und diesen Teil ein wenig unbefriedigend enden lässt. Gerade die Figur Kobold bleibt hier etwas blass und nimmt für mein Empfinden keine ihrer Persönlichkeit angemessene Entwicklung mehr. Dies betrifft jedoch nur das letzte Kapitel und kann auch den Gesamteindruck nicht verderben.


Ein Hingucker ist natürlich das stimmungsvolle und sehr passende, von Cassandra Kramer gestaltete Cover, das noch vom Incubusverlag, in dem der Roman ursprünglich erscheinen sollte, übernommen ist. Schön hätte ich es gefunden, wenn auch in die Gestaltung des Buchsatzes noch ein paar Elemente alter Buchgestaltung eingeflossen wäre, z.B. eine schöne Gestaltung der Kapitelanfänge. Vielleicht wird dies ja in der Printausgabe umgesetzt.

Die Geschichte weiß ebenso mit Spannung mitzureißen, wie mit einer bildlichen, stimmungsvollen Athmosphäre und lebendigen Figuren. In jedem Fall ein gelungener, sehr lesenswerter und ungewöhnlicher Roman, mit dem Raik Thorstad erneut ihr schreiberisches Können zeigt.
 
Interview mit Raik Thorstad von 2016
Autorenblog

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